Abschied: Sterbebegleitung bei Tieren
Umgang mit dem „Sterben und Tod“
In vielen Kulturen ist das Thema Tod nach wie vor ein Tabu. Dabei gehört das Ende des Lebens zu jedem Lebewesen dazu – von Anfang an ist klar, dass wir eines Tages Abschied nehmen müssen. Dennoch fällt es uns schwer, dies anzunehmen.
Sterben ist für uns oft mit Verlust und Trauer verbunden. In anderen Kulturen wird der Tod hingegen gefeiert, weil man den Kreislauf von Leben-Tod-Wiedergeburt annimmt. Diese Kulturen sehen es nicht als Ende sondern als Übergang. Feiern helfen diesen Übergang positiv zu begleiten, und sie halten die Beziehung zum Verstorbenen lebendig.
Ich selbst hatte eine Nahtoderfahrung und sehe den Tod seitdem nicht mehr als endgültig. Diese Sicht bestätigt sich auch in meiner Arbeit mit Tieren. Viele Gespräche mit ihnen haben mir gezeigt, dass Tiere anders über Leben und Tod denken.
Tiere sprechen selten vom Sterben. Für sie ist der Körper vergänglich – eine Hülle, die auf der Erde zurückbleibt. Die Seele bleibt jedoch immer bestehen, unabhängig davon, ob sie gerade in einem Körper lebt oder nicht. Viele Tiere verstehen daher nicht, warum wir glauben, dass der Tod sie von uns trennt. Seelen bleiben doch verbunden.
Der Prozess
Viele schreiben hier von 5 oder 7 Phasen, ich denke, dies ist sehr individuell, deswegen gehe ich hier nicht darauf ein. Der Prozess des Sterbens kann sehr kurz oder über Jahre dauern. Manchmal werden Tiere einfach älter und schwächer, manchmal erkranken sie und ihr Zustand verschlechtert sich schnell. Dann stellen sich Fragen wie: „Wann ist der richtige Zeitpunkt, loszulassen?“, „Brauchen wir Unterstützung vom Tierarzt?“ – Fragen, die uns überfordern, weil wir nichts falsch machen wollen.
Während des Sterbeprozesses verändert sich vieles: das Fressverhalten, die Bewegungsfreude, der Schlafbedarf und das Bedürfnis nach Nähe. Manche Tiere ziehen sich zurück, andere suchen mehr Nähe. Manche brauchen es wärmer und weicher. Ihre Energie lässt nach, aber oft gibt es noch „offene Aufgaben“, die sie erledigen möchten. Daher ist es so wichtig, den Prozess gemeinsam zu gehen.
Doch warum nicht das Tier selbst fragen? Es kann uns sehr gut zeigen, ob es Schmerzen hat, Lebenswille verspürt oder bereit ist zu gehen. Es kann mitteilen, ob es eingeschläfert werden möchte oder ob es den Übergang allein schaffen kann. Das Wissen um die Wünsche des Tieres kann diesen letzten Lebensabschnitt erheblich erleichtern.
Ich treffe keine Entscheidung, ob eingeschläfert werden soll oder nicht – das müsst ihr selbst tragen. Aber ich kann die Wünsche eures Tieres erfragen, sodass ihr spürt, wann es Zeit ist, oder wir gemeinsam ein Zeichen dafür vereinbaren.
Loslassen ist oft der schwierigste Teil
Wir lieben unsere Tiere, hängen an ihnen und haben oft Schwierigkeiten, sie gehen zu lassen. Tiere spüren diese Bindung und versuchen manchmal, ihr Leben noch zu verlängern, um uns nicht zu verletzen. Für ein Tier, das weiß, dass es Zeit ist zu gehen, ist es schmerzhaft, wenn sein Mensch nicht loslassen kann.
Es ist unsere Aufgabe zu erkennen, wann der Moment des Loslassens gekommen ist, damit das Tier in Frieden gehen darf. Schuldgefühle wie „Hätte ich etwas anders machen müssen?“ oder „Habe ich alles richtig gemacht?“ sind normal – dennoch gilt: Lebt bewusst mit eurem Tier, schenkt ihm Aufmerksamkeit, Zuneigung und Präsenz.
Schreibt ihm auch gerne einen Liebesbrief und lest ihn vor – Tiere verstehen Liebe und Zuneigung. Die letzte Phase des Lebens kann intensiv, schön und verbindend sein, aber manchmal auch sehr anstrengend.
Wenn alles überraschend kommt
Unfälle, die ein Tier plötzlich aus dem Leben reißen, lassen keinen solchen Prozess zu. Der Mensch kann sich nicht vorbereiten und nicht verabschieden. In solchen Fällen hilft es, nach einigen Tagen mit dem verstorbenen Tier zu sprechen und den Verlust zu verarbeiten – für beide Seiten. Tiere müssen manchmal ihr Trauma verarbeiten, Menschen ihren unerwarteten Verlust. Antworten auf Fragen wie „Warum?“ oder „Hat es gelitten?“ bringen Ruhe und Frieden.
Meine Begleitung
Der Abschied von einem geliebten Tier ist einer der schwersten Wege, die wir gehen müssen. In dieser sensiblen Zeit begleite ich euch und euer Tier mit Ruhe, Respekt und Mitgefühl.
Sterbebegleitung bedeutet, da zu sein, dem Tier Sicherheit, Nähe und Geborgenheit zu schenken, bis zum letzten Atemzug. Gemeinsam schaffen wir einen geschützten Rahmen, in dem Abschied in Würde möglich ist, ohne Eile, ohne Druck.
Euer Tier hat euch sein Leben lang bedingungslose Liebe geschenkt. Am Ende darf es diese Liebe noch einmal von euch spüren – durch eure Berührungen, eure Anwesenheit und die Geborgenheit, die ihr ihm schenkt.
Ich unterstütze euch dabei, diesen Weg bewusst und liebevoll zu gehen und euer Tier mit seinen Bedürfnissen und Wünschen einzubeziehen, sodass sich der Abschied für euch und euer Tier stimmig und richtig anfühlt.
Kontakt
Email: Moni@tiere-verstehen.ch
Telefon: +41 79 137 3418
Achtung:
Anrufe bitte erst nach 18:00 Uhr,
da ich noch voll berufstätig bin.
Danke.